Die Überfahrt nach Schweden

auf am 28.07.2019 / in Allgemein
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Heute stand die Überfahrt von Mariehamn auf den Ålandinseln nach Norrtälje auf der Rückseite von Schweden, wie die Göteborger sagen, an.
Wir hatten bestes Wetter, zu Beginn kaum, aber dann auffrischenden Wind und eine relativ ruhige See. Irgendwann war dann auch genug Wind zum Segeln.
Wir starteten unsere Premiere des Großsegels mit den 2. Reff bei 8-12 Knoten Wind und trotzdem überholten wir die Segeler vor uns, die mit Vollzeug fuhren.
Als wir in den Fjord kamen, stellten wir fest, dass die Schweden Hummeln im Hintern haben. Zwischen den finnischen Schären hatten wir schon beobachtet, dass um uns herum sehr viele Motorboote herumflogen. Nur als einmal eine Coast Guard-Boot vorbeifuhr, suchten einige Finnen ihren Trödelgang heraus und entstaubten ihn.
Hier in Schweden sahen wir zwar Schilder mit Geschwindigkeiten für die Motorschifffahrt, doch vermuteten wir, dass es sich da um Mindestgeschwindigkeiten handeln müsse, da die zahlreicheren Motorboote der Schweden ausnahmslos in einem deutlich schnelleren Tempo als das der Finnen an uns vorbei schossen.
Erneut wurde die Überlegung einer Bordkanone in die Runde geworfen, um den Bordfrieden wieder herzustellen, was allerdings mit der Bemerkung abgetan wurde, dass das Torpedieren diskreter sei.
Das Anlegen mit dem Heck schräg zum Wind gestaltete sich heute schwierig, da der Haken für die Festmacherbojen nicht schloss. Wir mussten mit genügend Schwung zur Boje fahren, um nicht manöverierunfähig zu werden im Rückwärtsgang, was das Angeln der Boje mit dem Haken erschwerte. Nach dem vierten Versuch kamen wir nicht mehr aus der Lücke zurück, da der Wind uns auf die Achterleine des Nebenliegers drückte. Um nicht zu riskieren, dass das Tauwerk in die Schraube kam, wurde entschieden, dass wir mit dem Heck am Steg und mit dem Bug am Nebenlieger festmachten, um erstmal sicher zu sein. Die Leine samt Haken fuhren wir mit dem Schlauchboot zur Boje, um dann in eine normale Position zwischen Boje und Steg zu gelangen.
Die Ruhe, die die beiden Skipper, am auch die gesamte Crew dabei hatte, half sehr dabei alles so kontrolliert wie möglich zu meistern, was man nicht unbedingt erwarten hätte müssen, da dieser Crew vorher jegliches Hafenmanöver nahezu perfekt gelungen war. Dies und der Fakt, dass ich im Dinghi fahren durfte, machte es zum besten missglückten Anlegemanöver, dass ich je erlebt habe.
Die Stimmung war danach auch nicht gedrückt oder ähnliches, wie man es erwarten könnte, wenn man für ausgiebiges Hafenkino gesorgt hat, sondern eher eine gelassene bis zu einer durch die Situationskomik angeheiterten Stimmung.
Zum Abendessen gab es dann noch einen Pflichtgurkensalat, denn wir beschlossen beim letzten Proviantnachbunkern, die Pflichtgurkentradition weiter zu führen.
Wir freuen uns auf einen morgigen Hafentag, der auf mangelnden Wind zurückzuführen ist, und wünsche ein windiges Ahoi!



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