Eingeweht in Norrtälje

am 30.07.2019 / in Allgemein
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Nach einem mehr oder weniger geplanten Hafentag wurden wir erneut eingeweht.
Der Ostwind, der in den Fjord kachelte, stand genau auf unseren Steg. Es gab auf dem Steg nur noch trockene Stellen, wenn Boote davor lagen. Wenn man über diesen ging, geschah es nicht selten, dass man von einer überschwappenden Welle angepütschert wurde. Auch lief man, als ob man ordentlich ein‘ im Tee gehabt hätte, da der Schwimmsteg sich nicht nur mit den Wellen, sondern auch von dem Wind rumzerren ließ.
Zur Sicherheit beschlossen wir, den klemmenden Haken an der Mooringboje gegen eine lange, auf Slip gelegte Leine zu tauschen.
Dazu fuhren wir wieder zu zweit im Dinghi raus zur Boje und fädelten die längste Leine durch, die wir hatten: die Schleppleine, welche dann noch mit einem Festmacher verlängert wurde.
Wir brachten das Ende zurück und warteten bis alles bereit war.
Wir hatten uns für zwei unterschiedliche Strategien entschieden, um mit der sehr feuchten Situation im Schlauchboot klar zu kommen: einmal die Badehose und T-Shirt unter der Schwimmweste und ich entschied mich für die komplette Ölzeugmontur (Vollzeug) inklusive Gummistiefel und Mütze.
Irgendwann bekamen wir dann die Weisung, wieder zur Boje zu fahren und erstmal dort fest zu machen, um dann den Haken zu lösen, damit die andere Leine gespannt werden konnte. Wir mussten vorher dahin, da wir uns an dem Tauwerk hinhangelten, da es kaum möglich gewesen wäre gegen Wind und Wellen an zu rudern.
Mit einem Eindampfmanöver gelang dies reibungslos und wir brachten den Haken zurück.
Nach geschätzten 20 Minuten im Dinghi konnten wir dann folgendes Fazit ziehen:
Die überschwappenden Wellen hatten restlos alles nass bekommen und im Dinghi stand ein beachtlicher Wasserpegel. Die Badebekleidung war durchnässt, aber aushaltbar, da das Wasser noch gut von den Vortagen erwärmt war. Ich konnte allerdings mit Freude verkünden, dass mein Ölzeug dicht ist, obwohl die Segelhandschuhe wie gedacht am Tropfen waren. Dazu kam, dass meine Mütze nach einigen Tauchgängen unter verschiedenen Tauen den kürzeren gezogen hatte und dann vorsichtiger Weise direkt ins Wasser im Dinghi drapiert wurde.
Während dieser Aktion wurde mit alten Traditionen der Wind gemessen. Es heißt, dass es Windstärke 7 ist, wenn die Schafe keine Locken mehr haben. Doch hatten wir leider kein Schaf parat, weshalb wir kurzerhand schlossen, dass Windstärke 7 ist, wenn der Pferdeschwanz einer Mitseglerin waagerecht steht. Nach diesem Manöver hatten wir uns einen Anleger verdient, den wir einstimmig auf irgendwann anders verschoben.
Danach folgte das übliche Bordleben und eine erneute Stadttour.
Außerdem verließ uns wie geplant ein Crewmitglied, ohne noch einmal gesegelt zu sein, was zwar schade war, aber nicht anderes zu regeln.
Wir wünschen allen (auch derjenigen, die uns grade verlassen hat) einen schönen Abend und ein herzliches Ahoi!

Thore Lorenzen


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